AUSSTELLUNGSPROJEKT

Im letzten Kursprojekt haben die Studierenden Comics/Bildergeschichten zur Situation der Menschen in Heidelberg in der unmittelbaren Nachkriegszeit erarbeitet. Nun wurden diese in einem zweiten Kursprojekt in eine Ausstellung überführt. Nachdem die didaktischen Wege, die Zielgruppen und hieraus ableitend die Mittel herausgearbeitet waren, machten sich die Studierenden überaus lustvoll an die Umsetzung. Dabei war vieles für sie völlig neu, eine kleine aber nichtsdestotrotz museale Ausstellung hatte noch keiner von ihnen umgesetzt. Der Modellbau war da noch das einfachste, Beleuchtungsinszenierungen, Verkabelungen, überhaupt etwas „Blickdicht zu machen“ wie der Ausstellungstechniker sagt war gar nicht so einfach. Auch rechtliche Fragestellungen nwaren eingangs vollständig neu und unbewusst – etwa dass die Stadtwerke tatsächlich immer noch das Copyright an den Aushängen der Zwischenzeit halten und das verhandelt werden musste im welchem Rahmen die alten Aushänge gezeigt werden durften. Hier waren vor allem Lösungen auf den Schnittstelle Zeit/Qualität/Aufwand oder Budget/Arbeitseinatz zu bestimmen fordernd – die Erfahrung die es hierfür braucht lernt sich genauso. Und dann gibt es ja noch den Dozenten, der auf dreißig Jahre Ausstellungserfahrung zurückblickt und zu jedem Teilproblem Lösungsvorschläge sprudelt, gleichzeitig aber eben auch mit dem routinierten Scannerblick des Austellungsexperten schmerzhaft auf schief ausgerichtete Raumachsen, vergessene Labels und inkonsisttente Immersionen verweist. Es konnte also sein aus dem Gespräch mit einem Lösungsansatz und einer Zillion neuer Baustellen herauszugehen. Studentenschicksal. 

Fazit: Den Studierenden gelang es vollständig den rundrum verglasten spröde wie nackten 80er Jahre Büroraum in eine erzählerisch geschlossene Ausstellungsfläche zu verwandeln. Dies war das zentrale Kunststück, das es zu bewältigen galt: einen Nichtmuseumsraum in eine vielschichtige museale Erzählfläche zu verwandeln. Der Besucher wird auf mehreren Ebenen und Erzählpfaden an die Thematik der Comics herangeführt. Hierzu zählen Themeninseln zu den die Zeit bestimmenden Parametern, wie Zerstörung und Verlust oder zentral ein Toporama, welches bewusst theaterartig kulissenhaft umgesetzt das Unwirkliche und Ungewisse der Zwischenzeit 45-49 (Kriegsende bis Gründung Bundesrepublik) wiedergibt. Interaktive Elemente stellen die Verbindung zwischen den Bildergeschichten und dem Toporama her, während die Immersion durch Geruch und original Personensuchmeldungen aus der Zeit über das Radio vervollständigt wird. 

In der Woche vom 23. bis zum 26. Oktober 2017 wird die Ausstellungsfläche im Studienbereich Crossmedia Design für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich sein, am 27. Oktober wird sie durch den Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg besucht.