BODYKUN KURZREVIEW

Gefühlt alle wollen es, gefühlt alles haben es, alle reden darüber – nun also auch ich: Body-Kun und Body-Chan von Bandai. Die japanischen Figurinen, die sich gerade anschicken die klassischen Holzmannequins vergessen zu lassen. Und was soll ich sagen? Zu recht. Die Holzfigurinen sind eigentlich unbenutzbar. Die Extremitäten lassen sich entweder absurd oder nicht ausreichend gut einstellen, die Proportionen sind problematisch. Meine 5ct als Zeichner: die Holzdinger stehen zu recht auf der Einkaufsliste von Menschen, die Zeichnen wollen, aber es dann auch beim Wollen belassen. Die neue Generation hat da ein anderes Versprechen: Realistischer Bewegungsapparat, hohe Funktionalität und durch diverse An- und Umbauteile sehr weit variierbar. Das ist alles ganz gut. Auf der anderen Seite steht die Verarbeitung. Ist die männliche Figur noch halbwegs passabel verarbeitet, glänzt die weibliche konstruktiv mit dem ephemeren Anticharme einer Kaugummiautomatenkopie – Hände fallen ab, Füße klemmen, schon in der Verpackung ist eine Ferse gerissen. 

Auch bei der Benutzbarkeit tut sich ein canyontiefes Gendergap auf. Die männliche Figur liegt im Proportionsmittel und lässt sich tatsächlich für einen breiten Bereich männlicher Figurenzeichnungen einsetzen. Die weibliche Figur richtet sich eher an Zeichner, denen egal ist, wie Menschen aussehen, solange sie verboten jung und fetischhaft sexy sind. Die Frau sei eine junge jugendlkiche mit großer Oberweite und kleinkindhaften Ballonkopf. 

Die Benutzung gestaltet sich bei der weiblichen Figur auf Grund der Verarbeitungsqualität unbequem bis unmöglich. Bei der männlichen Figur geht es mit etwas Übung ganz gut von der Hand, diese in die gewünschte Position zu bringen. Transparente Stehhilfen lassen wirklich jede Pose bewerkstelligen. Die beigefügten 16 Wechselhände sowie die verschiedenen Gegenstände sind tatsächlich ganz hilfreich. 

In Summe bewertet: Ich sage mal so, wer flüssig zeichnen kann braucht es nicht, bevor man sich hinsetzt und die etwa 15cm hohe Figur in die gewünschte Pose tüddelt, hat man sie bereits ein paar Mal gezeichnet. Wer zeichnen lernt kann hier ein durchaus brauchbares Hilfsmittel haben, da man eher selten Freunde oder Partner hat, die einem einfach mal ein paar Stunden Modell sitzen. Werde ich es benutzen? Ja, in der Zeichenlehre will ich es einsetzen. Mal sehen, ob es sich bewährt.